Der Vergleich ist aus dem schweizerischen Zivilprozess nicht wegzudenken – die Vergleichskultur an den Gerichten ist eine Spezialität des schweizerischen Zivilverfahrens. Der Vergleich verlangt Fingerspitzengefühl, das richtige Timing und ein scharfes Bewusstsein für die rechtlichen und psychologischen Tücken. Wer vergleicht, tut dies oft unter erheblichem Zeitdruck: Die Parteien sind nach langen Verhandlungen erschöpft, das Gericht drängt auf eine pragmatische Lösung, und die Erwartungen an einen «vernünftigen » Kompromiss liegen schwer im Raum. Umso wichtiger ist es daher, gut vorbereitet zu verhandeln und die gängigen Stolperfallen zu kennen – denn sonst ist das Risiko gross, dass der Vergleich selbst zum neuen Streitfall wird.
Das Schulthess Forum Zivilprozess widmet sich genau diesen neuralgischen Punkten – vom Rechtsbegehren über den Vergleich bis zum Urteilsdispositiv – und dies unter Einbezug der jüngsten Rechtsprechung und aktuellen Behördenpraxis. Diskutiert werden unter anderem Strategien und Dynamiken der Verhandlungstaktik aus Sicht des Gerichts, der Schlichtungsbehörde, der Anwaltschaft und der Mediation, rechtliche Rahmenbedingungen und gerichtliche Praxis, die Rolle der Schlichtungsbehörde und des Gerichts auf dem Weg zum Vergleich unter Beachtung der Neutralität oder Besonderheiten von Vergleichen im Schiedsverfahren.
Erfahrene Praktikerinnen und Praktiker aus Anwaltschaft, Gericht und Wissenschaft teilen ihre Erkenntnisse und zeigen auf, wie vollstreckungssichere Resultate erzielt werden können. Neben fachlichen Impulsen bietet die Tagung Raum für Diskussion und Erfahrungsaustausch für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Richterinnen und Richter, Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber sowie Behördenmitglieder, Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Vermögensverwaltung, Versicherung, Bank und Verwaltung, Notarinnen und Notare sowie Treuhänderinnen und Treuhänder.
