Unter dem Vorbehalt einer allfälligen Referendumsabstimmung hat das Parlament Ende des vergangenen Jahres das e-ID-Gesetz verabschiedet und damit entschieden, dass der Bund den staatlich anerkannten elektronischen Identitätsnachweis (e-ID) einführen wird. Gleichzeitig soll der Bund die für den Betrieb der e-ID notwendige Vertrauensinfrastruktur aufbauen, welche auch von kantonalen und kommunalen Behörden sowie von Privaten für die Ausstellung von weiteren elektronischen Nachweisen genutzt werden soll. Das e-ID-Gesetz kann frühestens im dritten Quartal 2026 in Kraft treten – dann wird auch die Vertrauensinfrastruktur betriebsbereit sein. Hierfür sind diverse Tests nötig, weshalb die Öffentlichkeit seit rund einem Monat testen kann, wie die e-ID und andere elektronische Nachweise künftig eingesetzt werden können. Der Bund stellt dazu eine kostenlose Testumgebung zur Verfügung. Private und Behörden können nun probeweise auf der Vertrauensinfrastruktur eigene elektronische Nachweise entwickeln und die e-ID nutzen
Erste Erfahrungen
Im Hinblick auf die Einführung der e-ID und die dazu notwendige Vertrauensinfrastruktur hat es bereits einzelne Pilotprojekte wie den elektronische nLernfahrausweis im Kanton Appenzell Ausserrhoden gegeben. Nun soll die breite Öffentlichkeit einbezogen werden, um genügend Erfahrungen zu sammeln und Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten und berücksichtigen zu können. In der Testumgebung, dem sog. Public Beta, können Private und Behörden elektronische Nachweise ausstellen und verifizieren. Bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme der e-ID soll wird die Testumgebung kontinuierlich weiterentwickel und das Nutzungsangebot vergrössert werden. Sämtliche Produkte werden als Open-Source-Software veröffentlicht und stehen Bevölkerung, Wirtschaft und Behörden kostenlos zur Verfügung.
Wer diese nutzen will, muss die App swiyu auf sein Smartphone laden. Damit kann sich der Nutzende einen fiktiven Identitätsnachweis (Beta-ID) ausstellen lassen.
