Eine Software schlägt das Thema vor, schreibt den Entwurf und hält den Termin ein; der Social-Media-Beitrag erscheint unter dem Namen der Anwältin. Das ist zulässig, lässt aber Pflichten unberührt, die sich nicht mit auslagern lassen. Vier Fragen aus drei Monaten automatisiertem Betrieb: woher das Thema kommt, was ein Nein kostet, gegen wen sich der Text richtet und was ein Ausstieg kostet.
Der Beitrag gibt eine kurze Übersicht über den aktuellen Stand des Projekts Justitia 4.0, welches in näherer Zukunft in eine öffentlich-rechtliche Nachfolgeorganisation überführt werden wird.
Der Autor erklärt, warum es bei KI in der Anwaltsarbeit nicht um einzelne Tools geht, sondern um Kultur, Adoption und Verantwortung. Sein Fazit: KI ersetzt keine Anwältinnen und Anwälte, verändert aber grundlegend, wie sie arbeiten – Verifikation und persönliche Verantwortung bleiben dabei zentral.
Der Legal-Tech-Markt soll bis 2027 auf rund 50 Mrd. USD wachsen, getrieben von KI als vermeintlichem Gamechanger. Kanzleien investieren fleissig in KI-basierte Softwareprodukte, doch ob sich diese Investitionen finanziell auszahlen, weiss kaum jemand. Denn die versprochenen Effizienzgewinne werden in der Praxis schlicht nicht gemessen. Es folgt ein Blick auf die aktuelle Marktentwicklung der Anbieter und auf die offene Frage, die darüber entscheidet, wer am Ende profitiert.
Bereits seit August 2023 ermöglicht es die «Verordnung über die grenzüberschreitende Sicherung und Herausgabe elektronischer Beweismittel in Strafverfahren» (EEVO) Strafverfolgern aus der Europäischen Union, Daten von Telekomanbietern, Clouddiensten und sozialen Netzwerken in anderen EU-Ländern herauszuverlangen, sofern diese Daten für die Ermittlungen relevant sein könnten. Ab 26. August 2026 wird verlangt, dass diese Datenherausgabe automatisiert funktionieren soll.
In einem auch für die Schweiz richtungsweisenden Beschluss hat das Bundesverfassungsgericht in Deutschland eine hochschulgesetzliche Regelung über eine «Zweitveröffentlichungspflicht» in Baden-Württemberg für nichtig erklärt.
Die Zukunft juristischer Arbeit sieht mehr Technologie, mehr Daten und mehr hybride Zusammenarbeit vor. Aber: Es wird weniger Manpower benötigt. Eine Prognose aus strategischer Sicht.
