Wir haben Albert Hannak, den Partner Financial Advisory von Deloitte Österreich, nach drei Tipps für Studierende gefragt, die eine Karriere bei der umsatzstärksten Management- und Strategieberatung sowie Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Welt anstreben. Das komplette Interview in der Ausgabe 2/25 der Zeitschrift ius.full.
Wonach wählen Sie Studienabgänger aus, die sich bei Deloitte um einen Einstiegsjob bewerben?
Albert Hannak: Als erstes Einstellungskriterium ist solides fachliches Grundwissen zu nennen. Wir investieren schon etwas in die Ausbildung unserer Arbeitnehmenden, brauchen aber zunächst eine gute Basis, denn es wäre falsch zu glauben, dass wir unseren jungen Angestellten alles von Null an beibringen sollen. Erst auf der Basis von Grundzügen entwickeln wir die Karrieren mit unseren Mitarbeitenden. Was die Persönlichkeitseigenschaften betrifft, schauen wir typischerweise nach jenen Personen, von denen wir den Eindruck haben, dass sie querschnittmaterieübergreifend denken können. Der sogenannte Hausverstand ist nicht zu unterschätzen. Das dritte Kriterium ist Leidenschaft für das, was man tut.
Welche Ergänzungen sollten sich Studierende aneignen? Sind bestimmte Praktika zu empfehlen?
Albert Hannak: Selbstständige Praktika bei Start-ups finde ich eine gute Schule für einen jungen Menschen. Holt man sich zu früh Praktikumserfahrung bei einer grossen Organisation oder Kanzlei, mangelt es oft an der Ausbildung der Selbstständigkeit, da aufgrund des fehlenden Grundwissens die Praktikanten oft nur einfache Themen unterstützen oder sie gar beschäftigt werden müssen.
Wie wichtig ist juristisches Verständnis in einer finanzlastigen Beratertätigkeit?
Albert Hannak: Wer finanzwirtschaftliches Verständnis, unternehmerischen Geist und eine gesellschaftsrechtliche Grundbildung mitbringt, hat sehr gute Karten für eine erfolgreiche Karriere, denn es ist essenziell, eine Transaktion völlig alleine zu Ende denken zu können. Das geht nur, wenn man alle der genannten Ebenen beherrscht. Daneben braucht es immer Leidenschaft für die Arbeit. Nur der Gedanke «ich will diesen Beruf, weil da kann man viel Geld verdienen» führt in der Regel nicht zum Ziel.
