Die Fusion von Management und Recht

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Die Fusion von Management und Recht

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60 neue Studentinnen und Studenten beginnen auch dieses Jahr im Herbst ein Bachelor-Studium in Management und Recht an der OST – Ostschweizer Fachhochschule. Wir haben uns den Studiengang, der die beiden Bereiche praxisnah vereint, genauer angesehen.

Sie bieten seit Herbst 2021 an der OST – Ostschweizer Fachhochschule den Bachelor-Studiengang Management und Recht an. Was ist die Besonderheit daran? 

Sebastian Reichle: Wir fokussieren auf die Vermittlung von Kompetenzen an der Schnittstelle zwischen Management und Recht, die in der Praxis gefragt sind. 

Kann man dann nicht auch gleich klassisches Wirtschaftsrecht studieren? 

Sebastian Reichle: Studiengänge in Wirtschaftsrecht, die an anderen Fachhochschulen angeboten werden, und der Studiengang in Management und Recht sind sehr vergleichbar. Das Hauptaugenmerk liegt auch bei uns auf wirtschaftsrechtlichen Inhalten. 

Wie viel Prozent sind Recht, wie viel Wirtschaft? 

Sebastian Reichle: Rund zwei Drittel entfallen auf juristische Fächer, mit einem besonderen Fokus auf Wirtschaftsrecht. Hinzu kommen die zwei wirtschaftsjuristischen Praxisprojekte, die 10% des Studiums ausmachen. Der Rest betrifft Managementmodule sowie Wahlmodule. 

Im Herbst 2024 wurden die ersten Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Management und Recht diplomiert. Welche Karrierewege haben diese Personen eingeschlagen? 

Sebastian Reichle: Absolventinnen und Absolventen sowie übrigens oft auch bereits Studentinnen und Studenten arbeiten zum Beispiel im Compliance von Banken, in Anwaltskanzleien, in der HR-Abteilung, in Treuhandunternehmen, auf einem Migrations- oder Handelsregisteramt, in Gemeinden oder für Rechtsschutzversicherungen. Einzelne Personen nehmen nach erfolgreichem Abschluss ein universitäres Studium auf und streben das Anwaltspatent an. 

Ihnen ist es wichtig, die Nähe zur Praxis zu gewährleisten. Wie laufen diese Praxisprojekte genau ab? 

Sebastian Reichle: Unsere Studentinnen und Studenten arbeiten während ihrer Studienzeit an zwei Praxisprojekten in einem zeitlichen Umfang von jeweils rund 270 Stunden. Sie beschäftigen sich mit konkreten Fragestellungen, die Unternehmen, vornehmlich KMU, in Auftrag geben und dafür auch eine Vergütung bezahlen. 

Wie kommen diese Projekte bei den Studierenden sowie bei den Unternehmen an? 

Sebastian Reichle: Die Rückmeldungen der Auftraggeber sind positiv. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass bislang jedes zweite auftraggebende Unternehmen nach dem ersten Praxisprojekt mit demselben Projektteam das zweite Praxisprojekt durchgeführt hat. Die Feedbacks von Studentinnen und Studenten sind ebenso positiv. Sie schätzen den spannenden und lehrreichen Austausch mit den externen Entscheidungsträgern. Der Umstand, dass es für einmal im Studium nicht um fiktive Fälle geht, fördert zusätzlich die Motivation. 

Worin lag die grösste Herausforderung beim Aufbau dieses speziellen Studiums in den ersten vier Jahren? 

Sebastian Reichle: Zu Beginn waren wir gerade mal zwei Juristen an der OST und mussten innert kurzer Zeit das Curriculum entwickeln, zahlreiche Lehrpersonen einstellen, verschiedenste Module planen und allgemein den Studiengang bewerben. Es war praktisch nichts vorgegeben. Das war herausfordernd, zugleich aber auch spannend. Als wir im Herbstsemester 2021 mit 44 Studentinnen und Studenten starten konnten, war es ein gutes Gefühl.

 

Das gesamte Interview finden Sie in der ius.full 3/2025.