Desinformation in der Schweiz nimmt wegen KI-Euphorie zu

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Desinformation in der Schweiz nimmt wegen KI-Euphorie zu

Quelle: iStock

Zwei von fünf Personen verwendeten in diesem Jahr KI zur Erstellung von Text-, Bild- oder Toninhalten. Bei den 15- bis 24-Jährigen waren es sogar vier von fünf Personen. Eine Befragung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zur Internetnutzung in den Schweizer Haushalten ergab fünf interessante Erkenntnisse zum Thema KI.

1. Generative KI-Tools verbreiten sich rasend schnell

3,2 Millionen Personen in der Schweiz haben bereits generative KI genutzt – und viele tun das sogar sehr häufig: Mehr als ein Drittel davon greifen täglich auf sie zurück, fast ebenso viele mindestens einmal pro Woche. Am häufigsten werden KI-Systeme für private Zwecke verwendet, gefolgt von beruflichen Zwecken. Im Rahmen des formalen Bildungssystems (z. B. Schulen und Hochschulen) wird eine Nutzungsquote von 75% erreicht.

2. Die digitale Schere wird grösser

Die bestehenden Ungleichheiten bei der allgemeinen Nutzung digitaler Technologien treten bei diesen neuen Tools verstärkt auf. So greifen besonders junge Menschen auf generative KI zurück: 79% der 15- bis 24-Jährigen nutzen entsprechende Tools, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es lediglich 66%, bei den 55- bis 64-Jährigen nur noch 28%. Auch mit Blick auf das Bildungsniveau zeigen sich deutliche Unterschiede, vor allem zwischen Personen mit einem Hochschulabschluss (63 % nutzen KI) gegenüber jenen ohne nachobligatorische Ausbildung (17 %). 

3. Keine flächendeckende Nutzung von generativer KI

Ein Drittel der Bevölkerung sieht für sich keinen Nutzen in den entsprechenden Anwendungen und einige haben Datenschutz- und Sicherheitsbedenken, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung der Ansicht ist, KI-Systeme seien relativ einfach in der Anwendung. 

4. Mehr Hassrede und Sicherheitsprobleme

Zwischen 2023 und 2025 haben Sicherheitsprobleme, Desinformation und Hassrede im Internet stark zugenommen. Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Verbreitung problematischer Online-Inhalte sowie den Anstieg der Risiken und Gefahren bei der Internetnutzung. Zu den Problembereichen gehören betrügerische Nachrichten (Phishing). 

Immer mehr Internetnutzende werden zudem mit Hassbotschaften konfrontiert. Nahezu die Hälfte der Bevölkerung gab an, in den sozialen Medien oder auf Informationsseiten feindselige oder abwertende Botschaften gesehen zu haben, die sich gegen Gruppen oder Einzelpersonen richteten. Alarmierend ist auch, dass am häufigsten die unter 30-Jährigen sowie Nutzende sozialer Medien von solchen Inhalten berichten. Hassbotschaften im Zusammenhang mit politischen oder gesellschaftlichen Meinungen sowie Religion nehmen ebenso zu wie fremdenfeindliche Inhalte. 

5. Desinformation nimmt zu

Auch die Desinformation nimmt weiter zu: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat auf Websites oder in den sozialen Medien Inhalte wahrgenommen, die sie für falsch oder fragwürdig hielt. Der Umgang mit Falschinformationen bleibt im Wesentlichen unverändert: Rund die Hälfte der Nutzenden überprüft den Wahrheitsgehalt der betreffenden Inhalte. Wer  dies nicht tut, glaubt mehrheitlich zu wissen, dass es sich um Falschinformationen bzw. eine unzuverlässige Quelle handelt.