Ein neuer CAS Lehrgang für progressive Köpfe

CAS Legal Tech

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Was muss ein Lehrgang, der Digitalisierung und Recht kombiniert, alles beinhalten? Ioannis Martinis, Studiengangsleiter des neuen «CAS Legal Tech» an der HWZ erläutert, warum nicht nur Technologien wie Künstliche Intelligenz und Blockchain auf dem Programm stehen, sondern auch Themen wie Legal Marketing oder digitale Ethik. Mit welchen Innovationen ab März 2021 Weiterbildungswillige sich noch auseinandersetzen, verrät er im Interview.

 

Sie setzen sich gerne mit der Zukunft auseinander, sind jedoch in einer altehrwürdigen Branche tätig, welche Neuerungen eher skeptisch gegenübersteht. Wie passt das zusammen?
Ioannis Martinis: Es ist tatsächlich so, dass Skepsis bei Juristinnen und Juristen stark ausgeprägt ist. Meines Wissens sind es 90% zum Median der Gesamtbevölkerung. Es herrschen Misstrauen und Debattierfreude, bisweilen auch Zynismus. Im Grunde das genaue Gegenteil von dem, was erfolgreiche Innovationsarbeit erfordert. Gleichzeitig ist es natürlich besonders spannend, sich mit Technologie und Innovation in einem Umfeld auseinanderzusetzen, das noch sehr viel Nachholbedarf hat. Mittlerweile gibt es aber immer mehr progressive Köpfe, welche die Möglichkeiten, die sich durch Technologie bieten als Chance erkannt haben. «Digitale Geschäftsmodelle können nur dann erfolgreich sein, wenn sie nicht die Technologie, sondern die Kundenbedürfnisse ins Zentrum stellen.»


Was hat Sie dazu bewogen beim CAS den Bereich Legal Tech so breit zu fassen? Geben Themen wie Künstliche Intelligenz oder Blockchain allein nicht genug her für einen ganzen Lehrgang?
Man könnte definitiv einen Lehrgang konzipieren, der sich «nur» dem Thema Künstliche Intelligenz widmet oder einem Teilgebiet davon. Dasselbe gilt für Blockchain. Die Zukunft der Rechtsbranche birgt jedoch zahlreiche weitere Herausforderungen in sich. Wir Juristinnen und Juristen werden bspw. enger mit Programmierern zusammenarbeiten, Projekte leiten müssen, digital kommunizieren und uns grundsätzlich mehr im digitalen Raum bewegen. Dabei
entstehen auch neue Risiken und es bedarf einer klugen Strategie im Umgang mit Daten. Kurz, es erfordert zunehmend mehr nichtjuristische Fähigkeiten und die Mandantschaft verlangt, dass wir uns als vertrauenswürdige Berater auch in diesen Belangen auskennen.


Gibt es einen roten Faden, der sich durch diesen vielseitigen Lehrgang zieht?
Der wichtigste Aspekt bleibt der «Faktor Mensch». Er zieht sich als verbindendes Element durch den Lehrgang und durch die Thematik Legal Tech. Neue Tools für Juristinnen und Juristen sowie digitale Geschäftsmodelle können nur dann erfolgreich sein, wenn sie nicht die Technologie, sondern den Menschen und seine Bedürfnisse ins Zentrum stellen. Neue kundenzentriere Angebote gehören denn auch zu einem der drei grossen Versprechen von Legal Tech.


Was sind die anderen zwei?
Andersartige Geschäftsmodelle und ein besserer Zugang zum Recht für alle Bürgerinnen und Bürger. Weltweit haben heute mehr Menschen Zugang zum Internet als zur Justiz. Dass hier Technologie und eine frische Denke Abhilfe schaffen können liegt auf der Hand. Auch diesen Umstand werden wir im «CAS Legal Tech» durchdenken und diskutieren.


Der CAS Legal Tech der HWZ startet am 12. März 2021.
Weitere Informationen unter: https://fh-hwz.ch/produkt/cas-legal-tech/